Wie du nach der Trennung dein Selbstwertgefühl zurückeroberst


Selbst|wert|gefühl, das
Fähigkeit seinen eigenen Wert zu erkennen
• Wunderwaffe gegen Blödmänner



Beziehungen können auch schön sein, habe ich mal irgendwo gelesen und dann fest dran geglaubt.
Bei mir lief das dann aber ein bisschen anders…

Nach jahrelangem On-Off Stress, habe ich endlich den Satz heraus gewürgt, der viel früher hätte fallen sollen: Bitte rufe mich nicht mehr an, es ist vorbei.

Da war er… der Moment der endgültigen Trennung.
Nachdem die Worte aus meinem Mund gefallen und auf dem Boden der Tatsachen aufgeschlagen sind, dachte ich: Das Schwerste ist vollbracht. Jetzt musste ich nur noch meine Beine in die Hand nehmen und weit weit wegrennen…

Doch gerade als ich meine Sachen packen wollte, um auf die andere Seite des Erdballs zu verschwinden, stand da plötzlich ein erschreckend großes Problem in der Mitte meines Zimmers:

Mein Selbstwertgefühl. Mit einem gebrochenen Arm, verstauchtem Knöchel und Schädel-Hirn-Trauma.

Und ich hatte nicht die geringste Ahnung wie ich es heilen sollte.
Ich hatte mich vollkommen für einen anderen Menschen aufgegeben.

Ohne Rücksicht auf Verluste.
Bis ich mich komplett verloren hatte.
Und jetzt saß ich da, wie eine ausgequetschte Orange: leer, verrunzelt und scheinbar ohne Wiederverwendungszweck.

Ich habe lange versucht ihm zu vergeben. Für als den Stuss… Bis mir schließlich etwas Elementares klar wurde:

Er ist nicht derjenige, der mein Vergeben braucht. Ich brauche sie.

Um zurück in meine Kraft zu kommen, musste ich mir selbst vergeben.

Doch wie erobert man sein Selbstwertgefühl zurück, nachdem man es zum verdursten in die Wüste geschickt hat?

Hier sind 5 Methoden, die dir dabei helfen!

  1. Tanzen für den Selbstwertgefühl-Kick

    Wenn du mich schon ein bisschen länger kennst, lag dieser Tipp wahrscheinlich auf der Hand.

    Tanzen ist die beste und preiswerteste Therapie, die du finden kannst.

    Doch Bewegung - vor allem Tanz - wird in dessen Heilkraft gern unterschätzt. Dabei ist es mit Abstand der spaßigste und noch dazu nachhaltigste Weg, um sich mit sich selbst zu verbinden, zurück in seine Mitte zu rutschen und einfach mal loszulassen.

    Und damit meine ich keine eingeübte Choreografie.
    Sondern intuitives, authentisches Bewegen zu deiner Lieblingsmucke.

    Vielleicht bist du gerade dabei deine Nase zu rümpfen, weil sich das nach ner gewaltigen Tonne Unsinn für dich anhört. Aber dein Nase-rümpfen hat dich soeben verraten:

    Dein Körper ist die Leinwand, auf der deine Empfindungen präsentiert werden. Er ist die direkte Verbindung zu deiner Innenwelt und somit zu deinen Emotionen.

    Tanzen kann dir dabei helfen deine Empfindungen und Gefühle zu befreien. Es ist ein Werkzeug, das du dir ganz einfach und ohne tänzerische Vorerfahrungen selbst zusammenbasteln kannst.

    Tanzen liefert dir einen Selbstbewusstseins-Kick, weil du damit lernst:
    • Raum einzunehmen und dich dabei immer wohler fühlen wirst
    • dich in deinem Körper zuhause und sicher zu fühlen
    • loszulassen. Von deiner Wut, deiner Trauer, deinem SCHAM!
    • dich von negative Gedanken und Ängste zu befreien
    • dich und deine Körper zu lieben
    • wieder nach deiner eigenen Pfeife zu tanzen – und nicht nach der eines Anderen.

    Es reicht vollkommen, wenn du das 3 Minuten am Morgen oder am Abend machst.

    Ich selbst schließe entweder die Augen oder gucke mich im Spiegel an.
    Manchmal sehen wir gar nicht, wie toll wir eigentlich sind, bis wir bewusst hingucken.

    Stöpsle dir also deine Kopfhörer in die Ohren und wenn du eine private Minute hast, dann starte durch!
    Sei so richtig groß oder so richtig klein, so richtig laut oder leise. Fühle in dich hinein und tue nur das, was sich für DICH richtig anfühlt.

    Sei einfach DU!
    Dein wundersames, fabulöses Selbst.

  2. Tagebuch schreiben

    Wenn ich sage “schreib Tagebuch für bessere Selbstreflexion”, stellen sich die meisten etwas vollkommen Banales darunter vor:

    “Liebes Tagebuch,
    heute habe ich ein großes Sandwich mit Tomaten gegessen, dabei mag ich gar keine Tomaten. Ich denke, das ist der Beweis dafür, dass ich über meinen eigenen Schatten springen kann.
    Jetzt gehe ich schlafen.
    Bis Morgen.”

    Was ich eigentlich damit meine, ist das:

    Tagebuch schreiben hilft, weil es zu einer klarerin Selbstwahrnehmung führt.

    Durch das Schreiben kannst du deine Gedanken besser ordnen und über deine Verhaltensmuster reflektieren. Denn diese liegen zu 95% im Unterbewusstsein und Schreiben wirkt wie eine Taschenlampe.

    Um Verhaltensmuster zu verändern, müsse wir Licht ins Dunkle bringen: Wir müssen uns über diese Verhaltensmuster bewusst werden, um sie schließlich zu verändern.

    Mache die einzelnen Seiten in deinem Notizbuch zu kleinen Schritten – von Selbstsabotage zu Selbstbewusstsein.

    Mit jedem Tag, an dem du schreibst, kommst du ein Stück näher zu dir selbst.

    Dein Selbstwertgefühl wächst mit jeder Seite, die du schreibst. Denn wenn du dich tatsächlich jeden Tag 5 Minuten hinsetzt und das Tagebuch aufklappst, hältst ein weiteres Versprechen an dich selbst.

    Wenn du dich fragst, wie du anfangen oder worüber genau du schreiben sollst, dann bleib gespannt: Morgen (22.11.22) kommt einer neuer Blog Artikel mit Schreibanstößen :)

    Und damit kommen wir auch schon zum nächsten Punkt.

  3. Mache dir selbst kleine Versprechen - und halte sie!

    Eins der schmerzhaftesten Gefühle für mich war, dass mir Versprechen gemacht wurden, die später gebrochen in einer Ecke krepierten. Und da sich die Prinzessin in diesem Märchen selbst rettet, habe ich begonnen mir selbst versprechen zu machen – und sie einzuhalten!

    Die Voraussetzung für einen stabilen Selbstwert ist Selbstvertrauen. Erst wenn wir uns selbst vertrauen können, können wir mit erhobenem Kopf durch das Leben laufen und sagen: Hier bin ich, lieb’s oder lass es halt!

    Mit jedem erfüllen eines Versprechens uns selbst gegenüber, können wir dieses Vertrauen vertiefen.

    Wie genau funktioniert das Ganze?

    Schritt eins: Bleib bei dir und versprich nur das, was du halten willst!
    Es wird dir nichts bringen, wenn du dir versprichst ab morgen 20-minütige Spaziergänge zu machen, wenn du Laufen hasst. Klar, die Idee war ganz nett… Aber du wirst kein Versprechen halten, auf das du an sich keine Lust hast. Versprich dir Dinge, die du prinzipiell gern machst. Keine, von denen du denkst, dass du sie tun solltest.

    Schritt zwei: starte mit kleinen Häppchen!
    Unser Gehirn mag neue Gewohnheit erst mal nicht so gern. Es ist ein Gewohnheitstier und reagiert auf Neues meist mit Wiederstand. Um diesen möglichst klein zu halten, versuche das Gewohnheitstier mit kleinen Häppchen anzulocken.
    Zum Beispiel:
    • Strecke dich morgens und fühl deine schläfrigen Gliedmaßen bevor du aufstehst.
    • Trinke ein ganzes Glas Wasser nach dem Aufstehen.
    • Schreibe kurz auf, wofür worauf du dich freust oder wofür du dankbar bist
    • Sage drei nette Dinge über dich selbst (zu deinem Spiegelbild)
    • Mach dein Bett jedes Mal direkt nach dem Aufstehen…
    Kleine, kontinuierliche Häppchen!

    Schritt drei: Bleib dran!
    Manchmal – besonders am Anfang – neigen wir dazu neue Gewohnheiten zu vergessen. Wenn das passiert, klopf dir auf die Schulter, vergib dir und hole es nach. Wichtig ist einfach nur, dass du dran bleibst.

  4. Fahre weg – dahin, wo dich keiner kennt.

    I know, das ist genau das Gegenteil vom eigentlichen Rat: mach’s dir gemütlich, verabrede dich mit Freunden. Und ja, so manch einer mag sagen, dass es sich dabei um ein “Weglaufen” vor deinen Problemen handelt.

    Ich sehe das aber ganz anders!

    Manchmal ist ein “fresh start” genau das, was man braucht, um neu durchzustarten. Abstand und Zeit für sich selbst ist doch viel angenehmer, als in der selben Stadt wie sein Ex zu hocken und ständig Angst davor zu haben, ihm / ihr über den Weg zu laufen.

    Wenn du ähnliche Erfahrungen gemacht hast wie ich, waren die letzten Jahre oder Monate anstrengend genug – gönn dir mal ne Auszeit!

    Nutz die Zeit allein, um dich Selbst als deinen Freund zurückzugewinnen. Geh mit dir auf Dates, lade dich ins Kino ein, spaziere am Wasser entlang oder habe ein kleines Picknick im Park.

    Das ist das Schöne daran an einem neuen Ort zu sein, an dem dich keiner kennt: Du kannst tun und lassen was du willst, niemand wird dich erkennen und kaum jemand wird sich an dich erinnern.

    Du kannst wild heulend durchs Kaufhaus rennen und keiner würde wissen, wer du bist.
    Du kannst dich auf die Seebrücke stellen und laut “FICK DICH” brüllen, wenn du das brauchst. Keiner der verdutzten Anwesenden würde dich je wieder sehen.

    Das, meine Damen und Herren, ist Freiheit.
    Der frische Start in eines neues Kapitel.

  5. Mache Platz für Neues & und vergib dir!

    Damit meine ich jetzt nicht du sollst deine ganze Persönlichkeit ändern oder deine Haare lila färben (obwohl das bestimmt aufregend wäre).

    Sondern überlege:

    Was hast du in der Beziehung getan / nicht getan?

    Was hast du durchgehen lassen?

    Wo liegen aber eigentlich deine Grenzen?

    Gibt es neue Grenzen, die du ziehen willst / solltest?

    Wer ist diese Person, die du eigentlich sein willst?

    Was hält dich davon ab / hat dich davon abgehalten, diese Person zu sein?

    Was sind in künftigen Beziehungen Dealbreaker?

    Was kannst du stetig für dich tun, um in deiner Mitte zu bleiben?

    Was hast du aus dem ganzen Kackhaufen gelernt?

    Du kannst diese Fragen mündlich beantworten, oder aufschreiben. Wenn es dir hilft, kannst du den Zettel auch ganz dramatisch verbrennen. Manchmal fühlt sich das gut an :D

    “Mach Platz für neues” bedeutet: stell dich neu auf.

    Finde neue Balance auf dem Eis und drehe neue Pirouetten. Du darfst Lebewohl sagen, zu der Person, die dich hängengelassen hat. Besonders dann, wenn du selbst diese Person warst.

    Wir bauen alle mal Mist aber – wie meine Sportlehrerin Frau Walter immer gesagt hat – so schnell stirbt’s sich nicht.

    In diesem Tal verbirgt sich eine neue Chance: den Mut aufzubauen wahrhaftig und vollkommen du selbst zu sein.

    Und Stück für Stück wirst du das schaffen. Stück für Stück wirst du, genauso wie ich, deinen Wert erkennen und mit ihm die Wunderwaffe gegen Blödmänner in deinen Händen halten.


Bleib dran. Bleib du. Bleib wunderbar.

Deine Fabi


 
Sometimes when you are in a dark place, you think you have been buried, but actually you have been planted.
— Christine Caine
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